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Ein sicherer Hafen zum Entdecken und Ordern

Susanne Schlimgen, Leiterin Nordstil

Susanne Schlimgen, Leiterin Nordstil

 

„Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen“, sagte einst der griechische Philosoph Aristoteles. Und so hat sich die Messe Nordstil den Bedingungen angepasst und kann nun zu einem späteren Termin als ursprünglich geplant ihre Tore öffnen. Vom 05. bis 07. September trifft sich das internationale Fachpublikum mit gebührendem Abstand zum Austausch und Networken. Außerdem warten die Trends aus den bekannten Themen­bereichen Haus & Garten, Geschenke & Papeterie, Schmuck & Mode sowie Stil & Design darauf, entdeckt zu werden. TOP FAIR  hat mit Susanne Schlimgen, Leiterin der Nordstil, über die Besonderheiten dieser Ausgabe gesprochen. 


:  Kaum hatten Sie das Ruder für die Nordstil im Februar übernommen, mussten Sie durch die ersten Corona-­Monate mit ungewissem Ausgang manövrieren. So hatten Sie sich Ihre Einarbeitungszeit als neue Leitung der Messe Nordstil sicherlich nicht vorgestellt.

Ja, das stimmt. Mit dem, was uns bei der Messeplanung aufgrund der Pandemie erwartet, hat zunächst niemand gerechnet. Nach knapp zwei Jahren Nordstil-Abstinenz ist das definitiv eine größere Herausforderung, als ich anfangs erwartet habe. Aber ich stelle mich dieser Aufgabe gerne und ich freue mich ganz besonders auf die vor uns liegende Veranstaltung. Denn wie vielen meiner Geschäftspartner fehlt mir vor allem der persönliche Kontakt.

:  Corona stellt uns täglich vor neue Herausforderungen und verlangt Flexibilität sowie ein Talent für Improvisation. Wie realisiert man unter diesen Umständen eine Messe? 

Ganz einfach ist das nicht. Aber das macht es gerade auch so spannend und interessant. Vor allem gehören meiner Meinung nach sehr viel Flexibilität und Geduld dazu, die Herausforderungen zu meistern. Der rein digitale Austausch mit Kunden, Verbänden, Organisatoren und Mitarbeitern aufgrund der Corona-Pandemie bedeutet einen deutlich höheren Kommunikationsaufwand. Man wartet auch mal länger auf Antworten, wenn Ansprechpartner in Kurzarbeit sind. Die Realisierung der Nordstil ist nur durch die sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit­ mit allen Branchenteilnehmern möglich.

„Flexibilität und ­Geduld gehören dazu, die ­Her­aus­forderungen zu meistern.“


: Was konnten Sie für sich selbst aus den ungewöhnlichen Umständen der ersten Jahreshälfte 2020 mitnehmen?

Die Pandemie hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, flexibel zu sein. Viele unserer Kunden – egal, ob Handel- oder Anbieterseite – mussten in den vergangenen Monaten experimentieren. Sie haben andere Wege eingeschlagen oder sich neu strukturiert. Die Situation hat uns dazu gezwungen, uns wieder stärker mit Themen wie Gesundheit, Sicherheit oder der Vereinbarkeit von Beruf und Familie auseinanderzusetzen. Um das zu erreichen, bedarf es Flexibilität auf allen Seiten. Die Gesundheit und qualitative Zeit haben in meinem Leben eine andere Gewichtung bekommen. Beispielsweise habe ich durch das Arbeiten im Home Office Wegezeiten gespart, die ich anders nutzen konnte. Diese neuen Möglichkeiten und Freiheiten können uns in Zukunft stärker machen.

: Die Sommer-Ausgabe der Nordstil findet zu einem anderen, späteren Termin statt und wird außerdem anders ablaufen. Worauf dürfen wir uns einstellen?

Mit der kommenden Nordstil planen wir einen behutsamen, aber auch dringend notwendigen Neustart des Messekalenders. Bedingt durch den kurzen Vorlauf und aufgrund der Dichte an Messeterminen im September fällt die Ausstellerzahl der ­Corona-Ausgabe der Nordstil in diesem Spätsommer erwartungsgemäß geringer aus als bei den Sommerterminen zuvor.
Zudem­ sind die einzelnen Produkte aufgrund des kurzen zeitlichen Vorlaufs und einer komplett neuen Aufplanung im Westgelände nicht – wie gewohnt – sortenrein nach Produktbereichen strukturiert. Das bietet den Händlern neue Möglichkeiten: Sie können vermehrt Neuheiten aus arrondierenden Produktsegmenten entdecken und erhalten auf diesem Wege zusätzliche Inspirationen für ihr Zusatzsortiment. Wir freuen uns sehr, dass der Handel endlich wieder einen Platz zum ­Ordern­­ vor Ort und zum persönlichen Austausch und Netzwerken hat. Zudem hat für uns als Messeveranstalter der ­Gesundheitsschutz aller Messeteilnehmer – Besucher, Aus­steller, Journalisten und Mitarbeiter – höchste Priorität. Dank der umfassenden Hygienemaßnahmen ist die Nordstil auch in Zeiten von Corona ein sicherer Hafen.

: Was genau bedeutet das für die Aussteller?

Für die Aussteller ist die Nordstil, als eine der ersten Konsumgütermessen seit Ausbruch der Pandemie eine klare Heraus­forderung: Sie ist später im Jahr als ursprünglich geplant. Trotz eines um zwei Monate kürzeren Vorlaufs erwarten die Kunden eine zeitnahe Lieferung der Ware. Außerdem müssen die Aussteller aufgrund der Dichte an Messeterminen bei unterschiedlichen Veranstaltungen in einem sehr komprimierten Zeitraum präsent sein – das ist in diesem Jahr natürlich viel stärker ausgeprägt als bisher. Zusätzlich führen die Hygienemaßnahmen dazu, dass einige unserer Aussteller ihre Stände verändern werden, um Besuchern ausreichend Platz und Abstand zu ermöglichen.

: Und für die Fachbesucher?

Das Bedürfnis nach Face-to-Face-Begegnungen ist momentan noch stärker ausgeprägt als sonst. Vielen Geschäftspartnern – mich eingeschlossen – fehlt der persönliche Kontakt. Gespräche sind existenziell, um sich bilateral zu allen sensiblen Überlegungen – auch und gerade in diesen Zeiten – persönlich auszutauschen. Die kommende Nordstil wird sicherlich keine Veranstaltung sein, wie wir sie seit mehr als zehn Ausgaben kennen. Beispielsweise ist unklar, ob alle Standbauunternehmen ökonomisch gesund aus der Krise hervorkommen werden. Das wiederum führt vereinzelt zu Abstrichen bei aufwendigen Standkonzepten und Dekorationen.

Außerdem haben wir uns bewusst dafür entschieden, mit der Ordermesse in die A-Hallen zu gehen. Es sind die modernsten Hallen auf dem Hamburger Messegelände mit einer hervorragenden Klimatisierung und optimaler Frischluftversorgung. Und so werden zudem die Laufwege deutlich kürzer.

: Welche Highlights erwarten die Besucher und wie werden diese unter den aktuellen Bedingungen umgesetzt?

Durch die Pandemie ist bei dieser Ausgabe vieles anders und minimalistischer. Das heißt leider auch, dass wir momentan auf einige sehr beliebte Sonderareale wie die Nordlichter, Trendpräsentationen oder das Nordstil Forum verzichten müssen. Allerdings werden die Buddelhelden mit ihren ausgesuchten Weinen und Spirituosen dabei sein – immerhin ein vertrautes Areal für die Besucher.

Das Wichtigste ist jedoch, dass die Nordstil nach so langer Pause den Raum und die Zeit bietet, sich persönlich auszutauschen. Geschäftspartner können in aller Ruhe ihre individuelle Situation und aktuellen Bedürfnisse diskutieren und ihr Port­folio zusammenstellen.

: Die Messe Nordstil steht unter dem Motto:
Dicke Fische fängt man mit nordischem Stil! Was macht diesen Look Ihrer Meinung nach aus?

Luftige Leichtigkeit, natürliche Elemente, reduzierte Farben und minimalistische Formen – das macht für mich den nordischen Stil aus. Wir verbinden den Look mit dem Meer – also mit Urlaub und unserer Sehnsucht nach Natur. Seit Hygge steht der skandinavische Stil auch viel bewusster für Gemütlichkeit und ist in unser Zuhause eingezogen.

Für mich birgt dieser Stil Ruhe und Behaglichkeit, die wir für unsere Rückzugsorte benötigen. Mit frischen, aber manchmal auch fröhlich farbenfrohen Akzenten steht er natürlich auch für gute Laune.

„Das Bedürfnis nach Face-to-Face-Begegnungen ist momentan noch stärker ausgeprägt als sonst.“

: Welcher ist für Sie der schönste Moment während einer Messe?

Spannend ist für mich immer der Morgen am ersten Messetag, kurz vor der Eröffnung. Alles ist fertig, es ist schön gestaltet und jeder wartet darauf, dass es endlich losgeht. Und nicht zu vergessen: die persönlichen Geschichten während einer Messe bei Ausstellern und Händlern, die diese mit mir teilen. Zum Beispiel, wenn sie zufällig ein neues Produkt entdecken, eine unerwartete Kooperation schließen oder ein besonders tolles Geschäft machen. Diese Erfolgsgeschichten sind für mich ganz besondere Momente einer Messe.

Aus der Ausgabe: Nordstil Sommer 2020

Das offizielle Messemagazin mit den neuesten Produkten und Informationen zur Messe. Weitere Ausgaben erscheinen zu den Veranstaltungen Tendence, Christmasworld, Paperworld, Heimtextil und Ambiente.

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