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Tendence schlägt Brücke zwischen Handwerk, Industrie und Lebenstilen

13. Juni 2019 Autor: TOP FAIR Redaktion
Kategorie: Geschenke & Dekoration, Haus & Wohnen, Schmuck & Uhren

Erinnerungen, Überzeugungen und kulturelle Identität: Die Tendence schlägt mit 25 Ausstellern im Förderareal Talents sowie den Gewinnern des renommierten Design-Wettbewerbes FORM vom 29. Juni bis 1. Juli 2019 die Brücke zwischen Handwerk, Industrie und Lebensstilen.

Warum entscheiden sich Designer oder Kunsthandwerker bei ihren Projekten für bestimmte Materialen oder Verarbeitungstechniken? Ob naturnahe Verfahren oder ungewöhnlich zusammengesetzte Baukörper – unterschiedliche Ansätze drücken individuelle Werte aus, wecken Erinnerungen an vergangene Zeiten oder spiegeln kulturelle Identität wider. Wie ausdrucksstarke Konzepte und detailverliebte Umsetzung Hand in Hand gehen, zeigen 25 Nachwuchskünstler im Förderareal Talents sowie die Gewinner des renommierten Design-Wettbewerbes FORM vom 29. Juni bis 1. Juli 2019 auf der Tendence. Durch ihre Werke, die neben innovativen Gestaltungslösungen auch Identitäten und Überzeugungen verankern, ergänzen beide Areale das neue Hallenkonzept der Tendence, das sich produktübergreifend nach individuellen Lebensstilen und Zielgruppen gliedert.

 

Das Förderareal Talents: Werke, die Geschichten erzählen

Das Projekt „moorwerk“ als Identitätsanker des norddeutschen Kulturbewusstseins.

Auch die größten Talente haben mal klein angefangen. Mit dem Förderprogramm Talents gibt die Tendence Künstlern aus den Bereichen Design, Kunsthandwerk und Schmuck eine Bühne. An allen drei Messetagen können sie ihre Unikate und Produktserien kostenfrei ausstellen und sich dabei mit wichtigen Entscheidern der internationalen Design- und Konsumgüterbranche vernetzen. Die ausgewählten Talents präsentieren sich im direkten Umfeld der Ausstellung FORM 2019, die prämierte zeitgenössische Produkte im Spannungsfeld zwischen Kunsthandwerk und Design zeigt. Insgesamt 25 nationale und internationale Talente stellen im Förderareal Modern Craft in diesem Jahr aus und erzählen mit ihren Werken Geschichten, rufen vergessene Zeiten ins Gedächtnis oder drücken Einstellungen und Identitäten aus. Wenn ein Stück Eiche in eines der Moore Norddeutschlands fällt, nimmt es nach mehreren hundert Jahren eine tiefschwarze Farbe an. Tiefschwarz durchzogen sind auch die Werkstücke des Talents-Ausstellers Jan Christian Schulz. Der Produktdesigner hat ein naturnahes Veredelungsverfahren entwickelt, das den Entstehungsprozess der Mooreiche beschleunigt und ihn materialübergreifend neben Holz auch auf Leder und andere Naturtextilien anwendet. Der Initiator des Projekts „moorwerk“ verankert mit seinen Werken die Identität der traditionellen deutschen Moorkultur. Durch seinen hohen Grad an Ursprünglichkeit bildet das Verfahren eine nachhaltige Alternative zu chemischen Färbemitteln.

Schmuckstücke aus Hohlkörpern bewahren Erinnerungen an die Heimat der iranischen Künstlerin.

Auch das Talent Sharareh Aghaei schlägt mit ihrem Schmuck eine Brücke zwischen kultureller Identität und Handwerk. Ihr Markenzeichen sind Schmuckstücke aus Metallnetzen, die von mehreren Schichten Zement und Steinmehl überzogen und zu einem Hohlkörper geformt sind. Die Metallnetze verarbeitet die gebürtige Iranerin nach einer traditionellen Knüpftechnik ihres Heimatlandes. Erinnerungen wecken ebenso die Luftbefeuchter sowie die konisch geformten Räucheressen der Designer Andreas Uhlig und Daniel Böttcher. Die 13 bis 30 Zentimeter hohen Baukörper aus Beton führen zurück in eine Zeit, in der urbane Lebensräume geprägt von Schornsteinen sowie Kühltürmen waren und emittierende Fabriken das Landschaftsbild dominierten. Als Bestandteil regionaler Folklore repräsentieren die „SCHLOTE“ damit ein kleines Stück Erinnerungskultur einer überholten Epoche.

 

Die SCHLOTE als ein kleines Stück Erinnerungskultur einer überholten Epoche.

FORM 2019 führt Handwerk und Industrie zusammen

Inspirierendes Design bleibt nicht nur aufgrund seiner außergewöhnlichen Gestaltung im Gedächtnis. Es inspiriert, weil es einem klaren Konzept folgt, Stellung zu gesellschaftlichen Fragen bezieht oder eine Geschichte erzählt. Auch bei der Auswahl der diesjährigen FORM-Aussteller steht neben der Liebe zu Material, Funktionalität und Detail deswegen auch ein überzeugendes Gesamtkonzept im Vordergrund.
Der renommierte Wettbewerb, der vom Bundesverband Kunsthandwerk und der Messe Frankfurt ausgerichtet und organisiert wird, richtet sich an alle Aussteller der Tendence. Um die Vielfalt aus sowohl handwerklicher als auch industrieller Fertigung zu bündeln, setzt sich die Jury der FORM 2019 neben Mitgliedern des Bundesverbandes Kunsthandwerk auch aus Gastjuroren aus dem Bereich des industriellen Designs zusammen. „Bei meiner eigenen Arbeit steht neben Technik und handwerklicher Umsetzung auch das kommunikative Element im Vordergrund. Denn jede Entscheidung – sei es für eine bestimmte Farbe oder ein bestimmtes Material – kann als Aussage wahrgenommen werden. Auch bei den eingereichten Objekten kann ich diesen Dreiklang erkennen“, so Jurymitglied Torsten Trautvetter, Goldschmied und staatlich geprüfter Gestalter.
Bis Mitte Juni ermittelt die fünfköpfige Jury die diesjährigen Gewinner. Ihnen bietet der Wettbewerb eine zusätzliche Werbung durch die Präsentation ihrer Arbeiten an einem attraktiven Ausstellungsort. Alle Teilnehmer der FORM 2019 werden mit einer Urkunde ausgezeichnet.

Die >> Tendence findet vom 29. Juni bis 1. Juli 2019 statt.

Text: Messe Frankfurt Exhibition GmbH, Anil Öt
Fotos: Messe Frankfurt Exhibition GmbH