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Vom Arbeitstier zur Stilikone

15. Februar 2019 Autor: TOP FAIR Redaktion
Kategorie: Küche & Haushalt

Wer sich heute durch Food-Blogs oder die allgegenwärtigen Kochshows der Sender zappt, der wird – egal, ob öffentlich-rechtlich oder privat – mit sehr hoher Wahr­scheinlichkeit auf ein gemeinsames Ausstattungsdetail stoßen: eine große, bullige Maschine, die es mittler­weile zur Stilikone gebracht hat – die KitchenAid.

 

Die limitierte Jubiläumsserie „Queen of Hearts“ von KitchenAid.

 

Aber nicht nur aus Kochshows, auch aus dem ambitionierten Heimeinsatz und dem professionellen Einsatz sind die Boliden aus Ohio kaum mehr wegzudenken. Und genau genommen steht der Name KitchenAid ja nicht nur für eine Maschine, auch wenn das in der allgemeinen Wahrnehmung so erscheinen mag, sondern seit langen Jahren für eine komplette Produktfamilie vom Toaster über Mixer und bis eben hin zu jener Küchenmaschine mit der die Geschichte des Unternehmens begann – und dass ist im Jahr 2019 genau 100 Jahre her.

 

Das Modell K-5 ist das erste im typischen Design.

Ab in die Zeitmaschine
Streng genommen startet die Geschichte sogar schon wesentlich früher. Im Jahr 1908 in Troy, Ohio bei der Hobart Corporation, die damals (und bis heute) auf Spül-, Gar- und Zubereitungstechnik spezialisiert war und unter anderem die ersten Geschirrspülmaschinen auf den Markt brachte.
Als Erfinder der Maschine gilt der Ingenieur Herbert Johnston, der sich von der handwerklich anspruchsvollen, manuellen Produktion von Brotteig inspirieren ließ und nach einer maschinellen Arbeitserleichterung suchte. Ergebnis war das Hobart-­Modell H, eine Rührmaschine mit einer Kapazität von rund 75 Litern. Verkauft wurde das Gerät primär an Bäckereien und andere Unternehmen für den professionellen Einsatz. Für die Anwendung im trauten Heim war die Maschine ein wenig überdimensioniert und so dachte man über eine kleinere Version für den Kücheneinsatz nach.

Das KitchenAid-Design im Laufe der Jahrzehnte.

Ergebnis war im Jahre 1919 das Modell H-5, die erste elektrische Küchenmaschine für den Privathaushalt, die zum ersten Mal bei einer KitchenAid das noch heute verwendete Planetenrührwerk bereitstellte. Zum eigentlichen Namen Kitchen­Aid verhalfen dem Produkt die Ehefrauen der Herren aus der Hobart-Führungsetage, überliefert ist das Zitat: „Egal, wie ihr sie nennt: diese Maschine ist die beste Küchenhilfe, die ich je hatte“. Der Markenname „Kitchen­Aid“ war geboren, wurde als Warenzeichen im US-amerikanischen Patentamt eingetragen und eine eigene Fertigung entstand.
Der nächste große Schritt erfolgte im Jahr 1927 mit dem leichteren und kompakten Modell G, das innerhalb von drei Jahren 20.000 Mal verkauft wurde. Neben den Mixern begann das Unternehmen auch andere Produkte zu entwerfen und zu vermarkten.

 

 

Die H-15 aus dem Jahr 1919.

Ein Design-Klassiker entsteht
Im Jahr 1936 verpflichtete KitchenAid den Industrie­designer Egmont H. Arens, der unter anderem mit dem Model K die Grundlage für das bis heute typische, klassische Design der KitchenAid schuf, die in mehreren ­Varianten bis heute gebaut wird. Arens hat für das ­Unternehmen auch noch andere Geräte mit seinem typischen Designschliff versehen, die Hobart „Stream­liner Meat Slicer“ Schneidemaschine hat es dabei bis ins Museum of Modern Art in New York geschafft.
Das Modell K45 aus den frühen 60er Jahren ist insgesamt die bis heute meistverkaufte KitchenAid. Im Laufe der 50er Jahre entstanden zudem, auch das eine sehr stilprägende Entwicklung, einige der typischen Farbvariationen, die das Lieferprogramm bis heute auszeichnen. Klassisches Merkmal ist, neben der ausgesprochen robusten Konstruktion, bis heute die Erweiterbarkeit der Grundfunktion durch Anbaukits, die aus der Basis-Küchen­maschine wahlweise einen Fleischwolf, eine Pasta­maschine, eine Zitruspresse oder Ähnliches machen.

 

Die Küchenmaschine ist mittlerweile in verschiedenen Versionen, Größen und Farben im Angebot.

Die wirtschaftliche Entwicklung
Über die Jahrzehnte und mit dem fortwährenden wirtschaftlichen Erfolg expandierte das Unternehmen nicht nur in andere Produktionsbereiche des Segments Kleinhaushaltsgeräte, sondern stellt auch Großgeräte wie Geschirrspüler, Kühlschränke und Herde her. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog der Hersteller zur Ausweitung seiner Produktionskapazitäten nach Greenville, Ohio um. Mitte der 1980er Jahre erfolgte die Übernahme durch die Whirlpool Corporation, einen großen Anbieter von Haushalts­geräten mit einem aktuellen Jahresumsatz von rund 21 Milliarden Dollar, 92.000 Angestellten und 70 Herstellungs- und Technologiestandorten (Stand 2017). Die Unter­nehmenszentrale zog im Rahmen der Übernahme nach St. Joseph, Michigan und damit näher an Whirlpools Zentrale in Benton Harbor. Mittlerweile gibt es zusätzliche Produktionsstandorte nicht nur in Ohio, sondern auch in andere US-Bundesstaaten, in ­Kanada und China. Die typischen Küchenmaschinen werden nach wie vor in Greenville, Ohio montiert.

KitchenAid
Ambiente 2019
[3.1 E50]

 


Die aktuelle Produktpalette
Neben den Klassikern liefert KitchenAid eine sehr weitreichende Palette von Küchenhelfern, viele davon an das klassische Design angelehnt. Und so wuchs das Angebot auch in Bereiche wie Toaster, Kaffeemühlen, Wasser­kocher, Handmixer, Food-Prozessoren und vieles mehr. Speziell für die Ansprüche des professionellen Bereichs in beispielsweise Bäckereien, Konditoreien, Hotels, ­Restaurants, Großküchen und anderen Gastronomie­betrieben auf der ganzen Welt, bietet das Unternehmen eine Professional Line an. Die verwendeten Hochleistungsmotoren mit Direktantrieb arbeiten dabei besonders leise und leistungsstark. Insgesamt ist dieser Teil der Produktpalette auf die bei gewerblichen Nutzung und entsprechender Belastung wichtigen Faktoren Stabilität, Unempfindlichkeit und Dauerbetrieb ausgelegt.


 


Aus der Ausgabe:

Ambiente 2019

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