Das offizielle Messemagazin der Messe Frankfurt

Brennstoffzelle – leises Kraftwerk im Keller

9. März 2015 Autor: TOP FAIR Redaktion
Kategorie: Haus & Wohnen

Auf den ersten Blick sieht es auf dem Messestand unspektakulär aus: das Kellerkraftwerk für ein Ein­familienhaus. Es nimmt nicht mehr Platz ein als eine Gefriertruhe. Hinzu kommen meist ein wandhängendes Brennwertgerät und ein Pufferspeicher wie bei anderen Heizungen auch. Mit so einer Anlage können Hausbesitzer sich selbst weitgehend autark mit Strom versorgen und gleichzeitig Wärme für Heizung und Warmwasser erzeugen. Während die großen Kohle- und Gaskraft­werke den Strom mit hohen Energieverlusten in die Haushalte liefern, produzieren die kleinen Kraftwerke ohne Transportverluste den Strom vor Ort.

Brennstoffzellen-Heizung Vitovalor 300-P. Die Zelle vom Typ PEMFC kommt vom japanischen Hersteller Panasonic.  Foto: Viessmann

Brennstoffzellen-Heizung Vitovalor 300-P. Die Zelle vom Typ PEMFC kommt vom japanischen Hersteller Panasonic.
Foto: Viessmann

Das cleverste Mini-Kraftwerk ist ein Brennstoffzellengerät. Im Vergleich zu den etablierten Motoren, die sonst in Blockheizkraftwerken (BHKW) eingesetzt werden, besitzt es einen viel höheren Gesamtwirkungsgrad. Die Brennstoffzelle ist kompakt, brummt und vibriert nicht bei der Arbeit. Ihre Abgase sind sauber, in die Umwelt entweichen keine Stickoxide und kaum Kohlenmonoxid.
Nach langer Entwicklungszeit hat die Brennstoffzelle die Feldtestphase verlassen und startet jetzt auf dem Heizungsmarkt durch. Dabei ist die Technik schon seit über 150 Jahren bekannt: 1838 entdeckte der deutsche Chemiker Christian Friedrich Schönbein das Wirkprinzip. Erst in den 1960er Jahren entwickelte sie die Raumfahrt weiter.
In der Zelle verbrennt der Brennstoff nicht in einer Flamme. Stattdessen wird hier Erdgas elektrochemisch umgewandelt. Dabei entstehen Strom und Wärme. Es gibt auf dem Markt verschiedene Bauarten, die aber im Grunde alle gleich arbeiten: Elektrodenpaare (Anode und Kathode) sind durch einen festen oder flüssigen Elektrolyten getrennt. Das Prinzip ist mit dem Elektronenaustausch einer Batterie vergleichbar.
Die Bauarten unterscheiden sich in der Art der Elektrolyte und im verwendeten Brennstoff.

Die Montage eines Brennstoffzellengerätes unterscheidet sich kaum von herkömmlichen Heizungen. Foto: Vaillant

Die Montage eines Brennstoffzellengerätes unterscheidet sich kaum von herkömmlichen Heizungen.
Foto: Vaillant

Für die Hauskraftwerke kommen Polymer-Elektrolyt-Membran-Brennstoffzelle (PEMFC) und die Oxidkeramische Brennstoffzelle (SOFC) zum Einsatz. Der Einbau eines Brennstoffzellengerätes unterscheidet sich nur wenig von herkömmlichen Gasheizungen. Neben einem Speicher benötigen sie einen Internetanschluss für Fernwartung und einen zweiten Stromzähler für das Einspeisen. Eine attraktive Förderung für den Einbau gib es obendrein.
In den Hallen 8, 9 und 10.1 bekommen die Besucher der ISH das Gesamtspektrum an Gebäude- und Energietechnik und Erneuerbaren Energien zu sehen. Hier präsentieren die Aussteller ihre Weltneuheiten aus den Bereichen hybride Systeme, Solaranlagen, Wärmepumpen, Gas-BHKW, Einzelraumfeuerstätten, moderne Brennwerttechnik und vieles mehr.

Funktionsweise einer Brennstoffzelle: Die Mem­bran in der Mitte lässt nur die Protonen durch, außen liegt Strom an.

Funktionsweise einer Brennstoffzelle: Die Mem­bran in der Mitte lässt nur die Protonen durch, außen liegt Strom an.

 

Schema Brennstoffzellenheizgerät Grafik: ASUE Logapower FC10 besteht aus Brennstoffzellen-Einheit, Gas-

Schema Brennstoffzellenheizgerät
Grafik: ASUE
Logapower FC10 besteht aus Brennstoffzellen-Einheit, Gas-

 

Schema Brennstoffzellenheizgerät Grafik: ASUE

Schema Brennstoffzellenheizgerät
Grafik: ASUE

 

0285_05_ISH_2015_Buderus-Logapower.jpg

Logapower FC10 besteht aus Brennstoffzellen-Einheit, Gas-Brennwertgerät, Warmwasserspeicher und Pufferspeicher. Foto: Buderus

 

 


Aus der Ausgabe:

ISH 2015

Das offizielle Messemagazin mit den neuesten Produkten und Informationen zur Messe. Weitere Ausgaben erscheinen zu den Veranstaltungen Heimtextil, Christmasworld, Paperworld, Nordstil, Ambiente und Tendence.