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BIM kommt: Digitalisierung der TGA-Planung

13. März 2017 Autor: TOP FAIR Redaktion
Kategorie: Haus & Wohnen

Erst war das Reißbrett, dann der Computer mit dem zweidimensionalen CAD. Und heute gibt es ein Zauberwort, nicht Simsalabim, sondern nur BIM. Das ist die Abkürzung für „Building Information Modeling“. Dieses Computerverfahren digitalisiert das Planen, Bauen und Betreiben von Gebäuden. Mit Datenbanken können alle am Bau Beteiligten gemeinsam an einem dreidimensionalen Modell für das anstehende Projekt arbeiten. BIM verspricht mehr Planungsqualität, weniger Fehler, Zeit- und Arbeitsersparnis und nicht zuletzt eine bessere Zusammenarbeit aller Architekten, Planer und Handwerker am Bau. Das gilt auch nach Fertigstellung für die Betreiber und das Facility Management.

Im Immersive Engineering Lab des Fraunhofer IAO. Auch auf der ISH können Besucher des BTGAForums einer Virtual-Reality-Brille live in das 3D-Modell eines Gebäudes eintauchen. Quelle: buildingSMART/ Ludmilla Parsyak

 

Zukunftsmusik

Bei BIM handelt es sich um eine Arbeitsmethode, die auf dem Vernetzen aller relevanten Daten eines Bauwerks basiert. Die Daten der Bauteile werden mit Daten zu Lieferanten, Preisen oder Terminen in dem 3-D-Modell verknüpft. Über Datenbrillen sollen Installateure gezeigt bekommen, wie sie bestimmte Arbeiten auszuführen haben. Virtuelle Nachunternehmerschulung nennen das die BIM-Experten. Facility Manager können abrufen, wann ein Bauteil gewartet oder ausgetauscht werden muss. Vieles klingt noch nach Sience Fiction.

 

Der durch BIM ausgelöste Wandel wird für die Besucher der ISH auf dem BTGA-Infostand 10.3 B12 dargestellt. Quelle: BTGA/ BPS International

Wie die Digitalisierung von Morgen heute schon geht

Voraussetzung zum Anwenden der BIM-Methode ist ein möglichst verlustfreier Datenaustausch. Er ist keine Vision mehr. Mit der weltweit operierenden Organisation buildingSMART und der von ihr entwickelten Datenschnittstelle ‘Industrie Foundation Classes’ IFC wurde eine Plattform geschaffen, die genau diesen Datenaustausch über die unterschiedlichsten BIM-Softwarelösungen hinweg ermöglicht.

 

Gebäudetechnik und BIM

Für die Planung von Heizungs-, Sanitär- und Lüftungsanlagen hat BIM viele Vorteile wie die Kollisionsprüfung aller Gewerke oder die Visualisierung von Technikzentralen. Auch die Zusammenarbeit mit Planern, die unterschiedliche Berechnungssoftware einsetzen, wird leichter werden. Lebenszykluskosten können besser berechnet werden.

 

 

Integrale Planung mit BIM Quelle: ATP/Becker

Rechtzeitig informieren

Noch hat sich BIM in der Planung nicht etabliert, weil viele kleinere Unternehmen nach wie vor mit CAD planen. Auch das Einpflegen der vielen Daten in das BIM-System ist mit viel Fleiß, Akribie und Zeit verbunden. Aber BIM wird kommen. Laut Bundesverkehrsministerium soll BIM bis 2020 für Infrastrukturprojekte eingeführt werden. Die ISH 2017 widmet sich verstärkt dem Thema BIM. Sei es mit Sonderveranstaltungen der Aussteller oder auf dem Gebäudeforum oder dem BTGA-Forum.

 

Haustechnikinstallation im BIM-Modell mit der Revit Software. Quelle: Linear


Aus der Ausgabe:

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