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Konsumklima in Europa verbessert sich deutlich

7. Mai 2015 Autor: GfK, Gesellschaft für Konsumforschung
Kategorie: Allgemein

Die Stimmung der Verbraucher in Bezug auf die konjunkturelle Entwicklung in den einzelnen europäischen Staaten entwickelte sich im ersten Quartal 2015 gut. Das ergab die aktuelle Konsumentenbefragung GfK Konsumklima Europa, die im Auftrag der EU-Kommission in allen Ländern der Europäischen Union durchgeführt wird. Besonders optimistisch sind die Verbraucher in west- und südeuropäischen Ländern. Ihrer Meinung nach werden sie deutlich vom allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung profitieren. Trotz überwiegend guter Konjunkturdaten zeigten sich die Menschen in Osteuropa deutlich skeptischer. Hier werden der Einfluss des Kriegs in der Ukraine sowie die Auswirkungen der Wirtschaftssanktionen gegen Russland deutlich. Das sind Ergebnisse des GfK Konsumklima Europa in 15 europäischen Staaten.

ambiente_trends_ps_02Europa erholt sich zunehmend von der Finanz- und Wirtschaftskrise. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres ist die Wirtschaft in fast allen europäischen Ländern deutlich gewachsen. Für das Gesamtjahr steht ebenfalls fast überall ein Plus beim Wirtschaftswachstum. Und die Prognosen für dieses Jahr sind sehr gut. Aktuell korrigieren Wirtschaftsexperten ihre Voraussagen für 2015 in vielen Ländern nach oben. In Deutschland beispielsweise werden aktuell 1,8 Prozent erwartet, in Spanien 2,8 Prozent, für die Euro-Zone 1,3 Prozent und für die gesamte EU 1,7 Prozent. Auch die Situation auf dem Arbeitsmarkt verbessert sich. In den meisten europäischen Ländern geht die Zahl der Arbeitslosen langsam, aber kontinuierlich zurück. In Spanien, Portugal, Frankreich, Italien und Griechenland ist die Situation allerdings noch extrem angespannt. Die Gründe für die überraschend gute konjunkturelle Entwicklung sind vielfältig. Zum einen greifen inzwischen die Reformbemühungen, die in den Krisenstaaten, aber auch in vielen anderen Ländern durchgeführt wurden und werden. Zum anderen ist der Ölpreis so niedrig wie seit Jahren nicht. Das macht für viele Unternehmen die Herstellung sowie den Transport ihrer Waren günstiger. Die Verbraucher benötigen weniger Geld fürs Tanken und Heizen. Zudem erleichtert die gegenwärtige Schwäche des Euro für die Länder des gemeinsamen Währungsraumes deren Exporttätigkeit, da ihre Ausfuhren im Vergleich zum Nicht-Euroraum billiger werden.
Diese anhaltend positive Entwicklung zeigt sich auch bei der Stimmung der Verbraucher. In den west- und südeuropäischen Ländern sowie Griechenland verbessert sich die Stimmung der Menschen zum Teil sehr deutlich. Nach der Neuwahl in Griechenland Ende Januar hoffen die Griechen auf eine deutliche konjunkturelle Verbesserung sowie auf steigende Einkommen. Die beiden Indikatoren sind im ersten Quartal jeweils um rund 30 Punkte gestiegen und liegen aktuell deutlich im positiven Bereich. Ob sich dieses Stimmungshoch halten kann, bleibt jedoch aufgrund der nach wie vor bestehenden Schwierigkeiten in Bezug auf die weitere Staatsfinanzierung abzuwarten. Die spanische Wirtschaft erholt sich zunehmend. Für dieses Jahr gehen Konjunkturexperten von einem Wachstum von 2,8 Prozent aus. Dementsprechend positiv ist auch die Einschätzung der Verbraucher. Die Konjunkturerwartung lag im März mit über 41 Punkten so hoch wie noch nie, seit die Studie im Jahr 1986 durchgeführt wird.
Im Osten Europas hingegen ist das Stimmungsbild deutlich vom Krieg in der Ukraine sowie den Auseinandersetzungen des Westens mit Russland und den daraus resultierenden Wirtschaftssanktionen beeinflusst. Die grundsätzlich positive Stimmung der europäischen Verbraucher zeigt sich auch beim GfK Konsumklima EU28. In den ersten drei Monaten stieg
der Indikator deutlich um 4,3 Zähler auf 9,8 Punkte im März. Das ist der höchste Wert seit April 2008.
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